450 MHz-Funknetz

Unser Beitrag zum Gelingen der
Energie- und Verkehrswende

Klimaschutz, Energie- und Verkehrs­wende brauchen eine schwarz­fall­feste Kommunikations­infrastruktur.

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Aktuelles

Joint Venture 450connect steht für Aufbau und Betrieb eines gemeinsamen bundesweiten Funknetzes bereit
 
Ein breites Bündnis aus der Energie- und Wasserwirtschaft hat sich unter dem gemeinsamen Dach der 450connect GmbH um die im kommenden Jahr frei werdenden 450-MHz-Frequenzen beworben. Ziel des Joint Ventures ist es, in dem Frequenzbereich ein bundesweites und diskriminierungsfreies LTE-Funknetz für die Branche und andere kritische Infrastrukturen aufzubauen und zu betreiben. Das ist wesentliche Voraussetzung für die Digitalisierung und damit für den Erfolg von Energie- und Verkehrswende.
 
Die Bundesnetzagentur hatte am 16. November ein formelles Ausschreibungsverfahren für die Anfang 2021 freiwerdenden 450-MHz-Frequenzen eröffnet. Entsprechende Bewerbungsunterlagen konnten bis zum 18. Dezember eingereicht werden. Zuvor hatte die Behörde im Einvernehmen mit dem politischen Beirat der BNetzA entschieden, die Frequenzen in einem offenen und diskriminierungsfreien Verfahren für die Anwendungen kritischer Infrastrukturen zur Verfügung zu stellen. Ausschlaggebend für die Entscheidung im Sinne der kritischen Infrastrukturen war am Ende die hohe gesellschaftliche Bedeutung, die ein eigenes 450-MHz-Funknetzes für die Energie- und Wasserwirtschaft hat.
 
„Die gemeinsame Bewerbung von Energie- und Wasserwirtschaft ist ein starkes Signal“, sagt Dr. Alexander Montebaur, Vorstandsvorsitzender der E.ON-Tochter E.DIS. „Sie zeigt die große Geschlossenheit der Branche und unterstreicht die zentrale Bedeutung, die das 450-MHz-Funknetz für uns hat. Wir stehe in den Startlöchern, im Fall einer Frequenzzuteilung unverzüglich mit dem Aufbau des Funknetzes zu beginnen.“
 
„Die Energie- und Wasserwirtschaft ist zwingend auf ein 450-MHz-Funknetz angewiesen“, sagt Theo Waerder, Geschäftsführer der Versorger-Allianz. „Nur auf dieser Basis können wir die notwendige Digitalisierung unserer kritischen Infrastrukturen vorantreiben und die Energie- und Verkehrswende zum Erfolg führen. Es gibt aktuell keine Alternative zum 450-MHz-Funknetz, die den hohen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit genügt und gleichzeitig mit dem gebotenen Tempo und zu wirtschaftlich tragfähigen Kosten umsetzbar ist.“
 
„Die Nutzung der 450 MHz-Frequenz erlaubt es uns, z.B. die neuen intelligenten Messsysteme anzubinden und Anlagen anzusteuern“, sagt Thomas Murche, Vorstand der WEMAG. „Funktionen, die für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende und Einbindung Erneuerbarer Energien von immenser Bedeutung sind. Um eine anforderungsgerechte und zügige Umsetzung sicherzustellen, hat sich unsere Branche daher gemeinsam unter dem Dach der 450connect an dem Vergabeverfahren beteiligt.“
 
„450connect und die Energiewirtschaft haben bereits mit dem Ausbau von 450-MHz-Standorten begonnen“, sagt Frank Zeeb, Vorstandsvorsitzender der Alliander. „Die Unternehmen teilen sich also heute schon Aufgaben und Risiken und sind somit über die gesamte Fläche Deutschlands schnell umsetzungsfähig. Den Aufbau und Betrieb des bundesweiten 450-MHz-Funknetzes wird die 450connect im Fall einer erfolgreichen Frequenzzuteilung in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Energieversorgungsunternehmen realisieren, da diese die Bedarfe und benötigten Funktionen der Energiewirtschaft kennen. Dies ist ein wichtiger und wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.“
 
Das neue Joint Venture 450connect besteht aus vier gleichberechtigten Gesellschaftern: der bisherigen alleinigen Eigentümerin Alliander, einem Konsortium regionaler Energieversorger, der E.ON sowie der Versorger-Allianz 450, zu der mehrere Stadtwerke, Energie- und Wasserversorger unter Beteiligung der EnBW-Tochter Netze BW gehören. Zusammen versorgen diese Unternehmen rund 90 Prozent der Fläche Deutschlands mit kritischer Infrastruktur, wie z.B. Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie Abwasserentsorgung. 
 
Die Bewerbung im Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur erfolgt selbständig durch die 450connect GmbH.  Der Zusammenschluss im Joint Venture steht noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe durch die Kartellbehörden sowie der Frequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur hat heute entschieden, die 450 MHz-Frequenzen vorrangig für kritische Infrastrukturen der Energie- und Wasserwirtschaft bereitzustellen. Soweit die 450 MHz-Frequenzen nicht für Anwendungen kritischer Infrastrukturen eingesetzt werden, sind Datenübertragungskapazitäten für sicherheitsrelevante Nutzungen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) bereitzustellen.

 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Die heutige Entscheidung der Bundesnetzagentur bringt die Energie- und Verkehrswende voran und uns der Erreichung unserer Klimaziele einen wichtigen Schritt näher. Stromnetze sind kritische Infrastrukturen, Störungen können hier weitreichende Folgen haben. Die Netze müssen sicher sein und die 450 MHz-Frequenzen gewährleisten das: Sie machen unsere Netze widerstandsfähig.“

Zur Pressemitteilung

Heute hat sich die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur (BNetzA) gemeinsam mit dem Beirat auf den politischen Kompromiss der zuständigen Ressorts der Bundesregierung geeinigt.

 

Der politische Kompromiss sieht eine vorrangige Nutzung der 450 MHz-Funkfrequenzen für die Anwendungen der kritischen Infrastrukturen, vor allem in der Energie- und Wasserwirtschaft, vor. Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sollen verbleibende Kapazitäten prioritär angeboten werden, sofern es keine Beeinträchtigungen für die Anwendungen der kritischen Infrastrukturen gibt.

Zur Pressemitteilung 

Der Beirat bei der Bundesnetzagentur hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig seine Übereinstimmung mit der Präsidentenkammerentscheidung der Bundesnetzagentur erklärt, vorrangig der Energiewirtschaft die Nutzung der weitflächigen 450 MHz-Frequenzen zu ermöglichen.

 

„Damit wird eine krisenfeste und flächendeckende Kommunikationstechnologie für die deutsche Energiewirtschaft ermöglicht, die auch die Interessen der Behörden und Sicherheitsaufgaben nicht aus dem Blick verliert", konstatiert der Beiratsvorsitzende Olaf Lies. „Die Entscheidung gibt den Akteuren der Energiebranche und Wasserwirtschaft zugleich die notwendige Planungssicherheit für die nächsten Jahre, um die Digitalisierung der Netze auf Basis der 450 MHz-Technik umzusetzen", ergänzt Lies.

Zur Pressemitteilung 

Eine sichere Stromversorgung ist Voraussetzung für das Funktionieren von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

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450 MHz-Funknetz

Funkmast 450 MHz

Das 450 MHz-Funk­netz ist ein spezialisiertes Mobil­funk­netz auf Basis moderner 4G- und 5G-Technologien, das auf die Anforderungen kritischer Infra­strukturen, insbesondere der Energie- und Wasser­wirtschaft, ausgerichtet ist.

 

Der fortschreitende Klima­wandel verlangt eine schnelle und erfolg­reiche Umsetzung der Energie- und Verkehrs­wende. Voraus­setzung dafür ist die digitale Vernetzung von Millionen Strom­erzeugern, wie Photo­voltaik-, Windkraft- oder Bio­masse­anlagen, Speichern und Verbrauchern, wie Haushalts- und Gewerbe­kunden oder Lade­stationen für Elektro­autos. Sie ermöglicht es, z.B. die Verteilung und den Verbrauch von Strom zu kontrollieren bzw. in Echt­zeit zu steuern.

 

Diese notwendige digitale Vernetzung kann nicht über ein Fest­netz (Kupfer/ Glasfaser) umgesetzt werden, da wegen des hohen Aufwands jahre­lange Verzögerungen und massive Kosten­steigerungen zu Lasten von Energie- und Verkehrs­wende die Folge wären. Öffentliche Mobil­funk­netze sind ebenfalls ungeeignet. Sie können systemisch und wirtschaftlich keine Sicherheit, Schwarz­fall­festigkeit und Priorisierung von Anwendungen bieten. Zudem ist deren Netz­ab­deckung in Gebäuden und im ländlichen Raum oft nicht gut genug, um Verbraucher wie intelligente Mess­systeme oder Lade­stationen in Gebäuden bzw. Windkraft- oder Photo­voltaik­anlagen zuverlässig anzubinden.

 

Ein 450 MHz-Funknetz ist die einzige leistungs­fähige, zeitlich schnell umsetzbare und wirtschaftlich trag­fähige Lösung. Alle theoretisch möglichen Alternativen hätten in der Praxis massive negative Auswirkungen auf den Zeitplan von Energie- und Verkehrs­wende und würden über erhöhte Netz­entgelte auch direkt für höhere Strom­preise bei den End­kunden sorgen.

 

Die Energiewirtschaft hat keine Alternativen zu einem 450 MHz-Funknetz.

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Notwendigkeit

Energie der Zukunft mit 450 MHz

Die Energie- und Wasserwirtschaft und andere kritische Infrastrukturen haben einen zwingenden und dringenden Bedarf an einer sicheren und schwarzfall­festen Kommunikations­lösung zur Umsetzung der Energie- und Verkehrswende und zur Gewähr­leistung einer sicheren Stromversorgung auch im Krisenfall.

 

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien führt dazu, dass die Strom­erzeugung immer unregel­mäßiger wird. Wind- und Solar­anlagen speisen nur dann Strom ins Netz ein, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Gleichzeitig verändert sich die Stromnachfrage: Haushalte und Unternehmen versorgen sich dank eigener Photo­voltaikanlagen und Batteriespeicher zunehmend selbst; hinzu kommt eine wachsende Zahl neuer Stromabnehmer, etwa durch den Ausbau der Elektro­mobilität und der entsprechenden Lade­infrastruktur. Das alles stellt die seit mehr als 100 Jahre gewachsenen Netzstrukturen vor große Heraus­forderungen. Um auch künftig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen Strom­erzeugung und -nachfrage effektiv aufeinander abgestimmt werden und jederzeit im Gleichgewicht sein. Dafür benötigt die Energiewirtschaft eine Kommunikations­lösung, mit der sie Erzeugungs­anlagen (z. B. Wind- und Solaranlagen) und Verbraucher (z. B. intelligente Mess­systeme oder Ladevstationen) in Echtzeit kontrollieren und steuern kann.

 

Ohne ein 450 MHz-Funknetz ist die künftige Steuerung von Millionen von Netz­elementen nicht möglich und damit die Aufrecht­erhaltung von Netz­stabilität und Versorgungs­sicherheit nicht zu gewährleisten. Die Energie- und Wasser­wirtschaft hat keine Alternative zu dem von der Bundes­netz­agentur vorgesehenen eigenständigen 450 MHz-Funknetz für Betreiber kritischer Infra­strukturen. Nur dieses erfüllt alle Anforderungen, ist in der erforderlichen Zeit realisierbar und wirtschaftlich tragfähig. Andere Kommunikations­lösungen sind umfassend getestet worden: Diese entsprechen nicht den Anforderungen, führen zu Verzögerungen (eher 20 statt 5 Jahre) und zu erheblich höheren Kosten (zweistellige Milliarden­beträge für kabelgebundene Anbindung) und damit zu deutlich höheren Netzentgelten

Die Energiewirtschaft hat bereits alle notwendigen Weichen gestellt.

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Umsetzung

Die Energie- und Wasserwirtschaft ist sofort handlungsfähig. Bereits heute werden die 450 MHz-Frequenzen auf regionaler Ebene durch Energie­versorgungsunternehmen für die Netzsteuerung und Notfallkommunikation eingesetzt. Dabei erfolgen Planung, Aufbau und Betrieb des Funknetzes durch den 450 MHz-Funknetz­betreiber 450connect, der im Eigentum der Energie- und Wasserwirtschaft steht. Dazu hat sich die deutsche Energie- und Wasserwirtschaft auf ein 450 MHz-Joint-Venture geeinigt, hinter dem zu je 25 Prozent der bisherige Alleineigentümer Alliander AG, ein Konsortium kommunaler Regionalversorger, die E.ON SE sowie die Versorger-Allianz 450, ein Zusammen­schluss von Stadtwerken, Energie- und Wasserversorgern unter Beteiligung der EnBW-Tochter Netze BW GmbH, stehen. Die Umsetzung des Joint Venture steht allerdings noch unter Vorbehalt der jeweiligen Gremien­beschlüsse sowie der fusionskontroll­rechtlichen Genehmigung.

 

Mit dem Joint Venture 450connect sind Plattform und Kompetenz für die Energie- und Wasserwirtschaft und andere kritische Infra­strukturen gegeben. Durch die breite Unter­stützung aus der Energie- und Wasser­wirtschaft und anderer kritischer Infra­strukturen stehen genügend Funk­standorte und Finanz­­mittel zur Verfügung, um einen zügigen und flächen­deckenden Netzausbau zu realisieren. Das Funknetz geht in weiteren Teilregionen bis Ende 2022 in Betrieb, der nationale Ausbau erfolgt bis 2024.

 

Die Umsetzung des 450 MHz-Funknetzes durch die Energie- und Wasser­wirtschaft ist die logische Fortführung der Liberalisierung der Energie­versorgung. Ziel dieser Liberalisierung war und ist es, die Versorgungs­sicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken, den Umweltschutz zu wahren und die Effizienz bei der Erzeugung, Übertragung und Verteilung der Energie zu verbessern. Sie ist damit auch Garant für eine erfolgreiche und effiziente Überwindung der anstehenden Herausforderungen durch die Energie- und Verkehrswende.

Betreibermodell mit dem Fokus auf kritische Infra­strukturen ist ideal für Deutschland.

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Frequenz­vergabe

Die 450connect GmbH ist derzeitiger Zuteilungsinhaber der 450 MHz-Frequenzen und betreibt in Kooperation mit Energie­versorgungs­unternehmen regionale 450 MHz-Funknetze zur Steuerung und Überwachung der Stromnetze und zur Anbindung von intelligenten Mess­systemen. Die derzeitigen Frequenz­zuteilungen laufen zum 31. Dezember 2020 aus.

 

Am 16. November 2020 hat die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur im Benehmen mit dem Beirat die Entscheidung erlassen, die Frequenzen vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen im Rahmen eines objektiven, transparenten und diskriminierungsfreien Ausschreibungsverfahrens zuzuteilen. Bewerbungen müssen bis zum 18. Dezember 2020 bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden.

 

Der Entscheidung der Präsidentenkammer vorausgegangen war eine politische Einigung im langjährigen Streit um die künftige Nutzung der Frequenzen. Neben der Energiewirtschaft und anderen kritischen Infrastrukturen hatten auch die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) die Frequenzen für ihre Aufgaben beansprucht. Die politische Einigung sieht vor, dass die Frequenzen vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen eingesetzt und freie Kapazitäten nachrangig durch die BOS genutzt werden können. Die Entscheidung für die kritischen Infrastrukturen wird auch dem Punkt gerecht, dass die BOS, anders als die kritischen Infrastrukturen, bereits über verschiedene Frequenzbänder verfügen, die sie nutzen können.

Die Bundesnetzagentur hat bereits Ende 2017 / Anfang 2018 im Rahmen einer Frequenzbedarfsabfrage die Rahmenbedingungen einer zukünftigen Nutzung der Frequenzen im Frequenzbereich 450 MHz vorgestellt und interessierte Unternehmen aufgerufen, entsprechende Bedarfe qualifiziert darzulegen. Die Bundesnetzagentur hat dabei die Absicht mitgeteilt, die Frequenzen bundesweit vornehmlich für die Anwendungen kritischer Infrastrukturen im Rahmen eines objektiven, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahrens zur Verfügung zu stellen. Die Energie- und Wasserwirtschaft hat u. a. über die 450connect GmbH und die Versorger-Allianz 450 e. V. dieses Vorgehen begrüßt und umfassend Bedarf angemeldet.

 

Am 23. September 2019 hat sich der aus Vertretern der Länder und Abgeordneten des Deutschen Bundestags politisch besetzte Beirat der Bundesnetzagentur einstimmig für die Nutzung der 450 MHz-Frequenzen durch die Energie- und Wasserwirtschaft ausgesprochen. Der Beiratsvorsitzende Dr. Joachim Pfeiffer sagte: „Für eine sichere Steuerung wird dabei eine digitale Vernetzung von Millionen von Stromerzeugern und Stromverbrauchern benötigt. Die Nutzung einer sicheren Kommunikationsplattform ist damit eine zentrale Voraussetzung für eine langfristig sichere Energieversorgung.“

 

Anfang 2020 hat die Bundesnetzagentur die Eckpunkte und eine formale Bedarfsermittlung für die zukünftige Nutzung der Frequenzen im Bereich 450 MHz veröffentlicht. Vor dem Hintergrund, dass „kritische Infrastrukturen eine wesentliche Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen haben und deren Ausfälle zu Ausnahmesituationen mit spürbaren Folgen für die Bevölkerung führen“, beabsichtigt die Bundesnetzagentur, die Frequenzen vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen zur Verfügung zu stellen. Im Zuge der Kommentierung der Eckpunkte haben branchenübergreifend mehr als 120 Stellungnahmen von rund 132 eingegangenen Stellungnahmen eine Zuteilung für Anwendungen der kritischen Infrastrukturen befürwortet.

 

Im Juli 2020 hat der Beirat der Bundesnetzagentur erneut einstimmig den Beschluss gefasst, die Frequenzen für die Anwendungen kritischer Infrastrukturen zuzuteilen, da die Energiebranche auf eine flächendeckende, notfallsichere Kommunikation zwingend angewiesen ist. Ferner hat der Beirat im Rahmen seiner Beschlussfassung die Erwartung aufgestellt, das bereits im Juli 2020 das Konsultationsverfahren für die Frequenzvergabe eingeleitet und die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur möglichst zeitnah, jedoch spätestens im November 2020 eine Entscheidung zur Frequenzvergabe für das 450 MHz-Frequenzband fällen wird.

 

 
Ende Juli 2020 hat die Bundesnetzagentur den Konsultationsentwurf einer Entscheidung der Präsidentenkammer über die Anordnung und Wahl des Verfahrens zur Vergabe sowie zu den Festlegungen und Regeln im Einzelnen (Vergaberegeln) und über die Festlegungen und Regelungen für die Durchführung des Verfahrens (Ausschreibungsregeln) von Frequenzen in dem Bereich 450 MHz für den drahtlosen Netzzugang veröffentlicht. Nutzungszweck für die Frequenzzuteilung sollen dabei wie zuvor vorrangig die Anwendungen kritischer Infrastrukturen sein, insbesondere in den Sektoren Energie- und Wasserwirtschaft. Im Zuge der öffentlichen Kommentierungen des Konsultationsentwurfs unterstützen branchenübergreifend über 95 Prozent von 152 eingegangenen Stellungnahmen die Vergabe der Frequenzen vorrangig für Anwendungen der Energie- und Wasserwirtschaft und anderer kritischer Infrastrukturen.
 
 

Am 16. November 2020 hat die Bundesnetzagentur das Benehmen mit dem Beirat hergestellt und die Entscheidung der Präsidentenkammer herbeigeführt, die Frequenzen vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen einzusetzen. Mit der Präsidentenkammerentscheidung wurde auch das objektive, transparente und diskriminierungsfreie Ausschreibungsverfahren eröffnet und interessierte Parteien aufgerufen, bis zum 18. Dezember 2020 ihre Bewerbungen bei der Bundesnetzagentur einzureichen.

 

Der bis dato noch geltende Vorbehalt einer anderslautenden Entscheidung der Bundesregierung zugunsten der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) konnte im Rahmen einer politischen Einigung im Vorfeld gelöst werden. Die Einigung sieht vor, dass, soweit Datenübertragungskapazitäten nicht vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen eingesetzt werden, sicherheitsrelevante Nutzungen der BDBOS prioritär zu ermöglichen sind, sofern sie der eigenen Nutzung nicht entgegenstehen.

Nach Eingang und Auswertung der jeweiligen Bewerbungen wird die Bundesnetzagentur auf Grundlage des Beschlusses der Präsidentenkammer und der darin definierten Kriterien eine Zuschlagsentscheidung treffen.

Die Verbände der Energie- und Wasserwirtschaft, unter anderem der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), haben das Vorgehen der Bundesnetzagentur mehrfach und in vielen Stellungnahmen und Positionspapieren begrüßt. Gerade in einem offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Ausschreibungsverfahren kann der am besten geeignete Betreiber und das am besten geeignete Konzept ausgewählt werden, um den hohen Anforderungen der kritischen Infrastrukturen gerecht werden zu können. Die 450connect wird sich als Konsortium aus der Energie- und Wasserwirtschaft am Vergabeverfahren beteiligen.

 

Hinter der 450connect stehen zu je 25 Prozent der bisherige Alleineigentümer Alliander AG, ein Konsortium regionaler Energieversorger, die E.ON SE sowie die Versorger-Allianz 450, ein Zusammenschluss von Stadtwerken, Energie- und Wasserversorgern unter Beteiligung der EnBW AG-Tochter Netze BW GmbH. Die Beteiligung steht u. a. noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe der Kartellbehörden.

 

Die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) verfügen bereits über ein nationales und hochverfügbares TETRA-Digitalfunknetz im Frequenzbereich 380–400 MHz für die Kernanwendung Sprache. Des Weiteren haben sie erfolgreich sichere Lösungen für Breitbandanwendungen mit dem öffentlichen Mobilfunk umgesetzt. Seit dem Jahr 2017 stehen den BOS zudem weitere Frequenzzuweisungen im 700 MHz-Spektrum zu, in denen die BDBOS bereits erfolgreich LTE in Kooperation mit Mobilfunkunternehmen testet. Eine aktive Nutzung darüber hinaus findet allerdings bis zum heutigen Zeitpunkt nicht statt. Das 450 MHz-Frequenzband ist ein weltweites Nischenband mit dem Fokus auf Maschinenkommunikation (M2M) und daher weder technisch noch wirtschaftlich für die BOS-Breitbandanwendungen geeignet. Des Weiteren besteht für die BOS die Option, im Rahmen der Digitalen Dividende III im Frequenzbereich 470–692 MHz ausreichend Spektrum für Breitbandanwendungen zugeteilt zu bekommen. Die Energie- und Wasserwirtschaft und andere kritische Infrastrukturen verfügen dagegen, abgesehen von der aktuellen, bis Ende 2020 befristeten 450 MHz-Zuteilung, über keine nutzbaren bundesweiten Frequenzzuteilungen, steht aber vor der großen zeitkritischen Herausforderung, zügig die Energie- und Verkehrswende zu ermöglichen.

Die deutsche Industrie und Wirtschaft fordern eine Vergabe der 450 MHz-Frequenz an die Energie- und Wasserwirtschaft.

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Fakten

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